14.02.2010

Ein Grund zum Feiern

Torben Burmeister
Sinologe
t.burmeister@arcor.de



Ein Grund zum Feiern

Ich wünsche allen Lesern ein frohes Jahr des Tigers!

Während der Großteil der Welt, von Europa bis Japan, das neue Jahr zum 1. Januar ausgiebig begrüßt hat, warten Chinesen noch ein wenig ab. Zwar wird auch dort inzwischen der gregorianische Kalender verwendet, doch richtig gefeiert wird nach dem Mondkalender. Und laut diesem beginnt das neue Jahr bei Neumond zwischen dem 21. Januar und dem 20. Februar. Für 2010 fällt das chinesische Neujahrsfest, in China auch Frühlingsfest (春节, chūnjié) genannt, demnach auf den 14. Februar. An diesem Tag wird dann das Jahr des Tigers (虎, hǔ) eingeläutet.

Zum Neujahr wurde der Mythologie zu Folge, das menschenfressende Jahresmonster (年兽, „nián shòu“) mit Hilfe von Krach, Feuer und der Farbe rot vertrieben. Heute kann man das Neujahrsfest, als die wichtigsten Feiertage Chinas, in seiner Bedeutung für die Familien wohl mit unserem Weihnachtsfest vergleichen. Diesen Anlass möchte jeder Chinese mit seiner Familie verbringen und wer sich nicht schon Wochen zuvor das Ticket für seine Reise gebucht hat, wird zum Neujahrsfest wenig Chancen haben noch eine Karte zu ergattern. Das bedeutet auch, dass ausländische Geschäftspartner damit rechnen sollten, in dieser Zeit keinen Ansprechpartner in einem chinesischen Büro anzutreffen. Zwar ist nicht die gesamte Festzeit über offiziell frei, doch viele Chinesen nutzen ihren Jahresurlaub für diese Festlichkeiten, um bei ihren Familien sein zu können. Insbesondere seitdem immer mehr Chinesen fernab der Heimat arbeiten, ob als Wanderarbeiter oder als Expatriate. Offizielles Ende der Neujahrsfeierlichkeiten, die sich über circa zwei Wochen erstrecken, ist das Laternenfest (元宵节, „yuánxiāojié“) am 15. Tag des Mondmonats.

Während des Neujahrfestes sind Büros in China in der Regel für mindestens eine Woche geschlossen, häufig länger. Wichtige Geschäftstermine sollten also besser um das Neujahrsfest herum gelegt werden.Wer sich für weitere Einzelheiten zu den Feierlichkeiten interessiert, wird dazu im Internet einfach fündig. Zum Beispiel beim China Observer (http://www.china-observer.de/?x=entry:entry100220-174506) oder auch einfach bei Wikipedia. Wer sich allgemein für die chinesische Kultur interessiert, der sollte einen Blick in das Buch „Der China Knigge“ von Yu-Chien Kuan und Petra Häring-Kuan wagen.

Vielleicht befindet sich ja unter den Lesern ein Chinese der hier in Deutschland wohnt und uns berichten möchte wie er das Fest begeht.

In diesem Sinne, 新年快乐!

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