2.06.2010

Generation 50plus – vergeudete Potenziale in der Zeit des Fachkräftemangels

Abteilung: Personal
plietsch & flietig Agentur für Personal
Dennis Timmlau
timmlau@plietsch-flietig.de
040-571 333 20
www.plietsch-flietig.de

Generation 50plus – vergeudete Potenziale in der Zeit des Fachkräftemangels

Der Autohersteller BMW kündigte dieser Tage an, sich verstärkt auf dem internationalen Arbeitsmarkt zu orientieren. Man wolle damit auf den Fachkräftemangel in Deutschland reagieren. Fachkräftemangel? Auf der einen Seite klagt die Wirtschaft insbesondere nach Einführung der Bachelor-/Masterstudiengänge über einen zu schnell und damit vermeintlich zu schlecht ausgebildeten Akademikernachwuchs. Auf der anderen Seite ist die Erwerbslosenquote unter den Akademikern über 55 besonders hoch.

Warum greift man auf die Jahrgänge 1946-1964 derzeit nur ungern zurück?
Es gibt eine Menge Vorurteile gegen die „Ü 55er“. Neulich sagte mir ein Personalverantwortlicher: „Die sind doch lahm und wollen noch mehr Geld“. Mögliche Auswirkungen eines hohen Alters auf das Arbeitstempo hängen vom Einzelfall ab. In der Praxis der Vorstellungsgespräche erlebt man häufig, dass ältere Menschen viel mehr „vertikale Mobilität“ in Vergütungsfragen an den Tag legen, als Uni-Absolventen. Die Motive können unterschiedlich sein. Die Ausgaben werden im Alter geringer, weil die Kinder aus dem Haus sind. Einige haben zuvor vielleicht Rücklagen bilden können oder wollen nur noch Abschläge als der Rentenkasse vermeiden. Und selbst wenn sie etwas mehr erhalten, ihre Lebens- und Berufserfahrung darf sich gern in der Vergütung spiegeln. Denn genau dort liegt der wahre Wert für Unternehmen: Sie haben eine sehr hohe Erfahrung, machen meist weniger Fehler und denken zudem häufig wirtschaftlicher als die „junge“ Generation. Außerdem ist die Bereitschaft, ihre Erfahrung an die nächste Generation zu übergeben, häufig bei älteren Arbeitnehmern viel höher als bei jungen Fachkräfte, die in den Kollegen häufig potenzielle Konkurrenten sehen. Die Angst, dass ältere Menschen nicht teamfähig sind, ist häufig nur ein Vorurteil.

Potenziale nutzbar machen:

Derzeit scheiden viele Fachkräfte im Alter von 50-55 Jahren aus. Der Renteneintritt erfolgt zw. 65 und 67 Jahren. Das bedeutet, dass viele hoch qualifizierte Fachkräfte wie Ingenieure, Naturwissenschaftler, Meister oder Führungskräfte der Wirtschaft noch gut 15 Jahre mit ihrer Erfahrung und ihrem Fachwissen zur Verfügung stehen könnten und Wissen transferieren könnten. Mit einem Umdenken in der Personalstrategie wäre Deutschland ohne weiteres in der Lage, die internationale Qualitätsführerschaft weitere 10-15 Jahre zu halten.

Hinterlasse einen Kommentar

Dein Kommentar:

Kategorien