18.06.2010

Auswahlhaftung delegieren? Vorsicht ist geboten!

Abteilung: Personal
plietsch & flietig Agentur für Personal
Dennis Timmlau
timmlau@plietsch-flietig.de
040-571 333 20
www.plietsch-flietig.de

Auswahlhaftung delegieren? Vorsicht ist geboten!

Besonders seit der Einführung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetztes AGG ist die mögliche Diskriminierung in Stellenausschreibungen eine weit verbreitete Angst bei Personalverantwortlichen oder Geschäftsführungen. Daher könnten Sie sich verstärkt extern unterstützen lassen. Quasi ein Outsourcing der rechtlichen Risiken. Frei nach dem Motto: „Wenn wir nicht ausschreiben, können wir auch nicht diskriminieren.“ Ein Irrtum, der teuer werden kann.

Bereits im Jahre 2004 (noch vor der AGG-Einführung) hat das Bundesarbeitsgericht (BAG) bereits geurteilt, dass der potenzielle Arbeitgeber und nicht die Personalvermittlung für etwaige Fehler im Auswahlverfahren haftete (Urteil v. 5.5.2004, 8 AZR 112/03). Eine „Weitergabe“ der Haftung ist oft schwierig, da die meisten Personalvermittlungen über die AGB Haftungsausschlüsse vereinbaren.

Was tun?

Sich einfach hinter den Personalagentur „verstecken“ ist nicht zielführend. Durch die mit dem AGG eingeführte Beweislastumkehr hat sich die Situation weiter verschärft. Bewerber können von der Personalagentur verlangen, den Auftraggeber zu nennen. Dieser Anspruch kann laut BAG vor einem ordentlichen Zivilgericht sogar eingeklagt werden (Beschl. 27.8.2008, 5 AZB 71/08). Die dreiwöchige Klagefrist nach dem AGG beginnt erst ab nach der entsprechenden Kenntnisnahme.

Personalentscheider sollten sich vor der Auftragsvergabe an externe Agenturen ein Bild von der Arbeitsweise und Auswahlpraxis machen und ggf. Stellenanzeigen vor der Veröffentlichung vorlegen lassen.

Hinterlasse einen Kommentar

Dein Kommentar:

Kategorien