17.08.2010

Die Konjunktur zieht an – Zeitarbeit stärker nachgefragt

Abteilung: Personal
plietsch & flietig Agentur für Personal
Dennis Timmlau
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Die Konjunktur zieht an – Zeitarbeit stärker nachgefragt

Die Konjunktur hat im ersten Halbjahr spürbar angezogen. Dementsprechend stieg auch die Nachfrage nach Zeitarbeitskräften. Die Zeitarbeit lohnt sich als Beschäftigungsform nicht nur um Auftragsspitzen abzufedern, sie verbindet viele Vorteile für Personalabteilungen, birgt aber auch Risiken. Der Beitrag soll einen Überblick über die verschiedenen Gestaltungsmöglichkeiten geben und richtet sich an Interessenten, die bisher wenige Berührungspunkte mit der Zeitarbeit hatten.

Auftragsspitze, Kurzfristigkeit, Personalgewinnung:

Die Nachfrage steigt schnell an, Aufträge müssen termingerecht abgearbeitet werden. Ob Helfer, Facharbeiter oder gar Projektingenieur. Die verschiedensten Personaldienstleister sind auf Branchen oder Berufsbilder spezialisiert und können kurzfristig Kandidaten präsentieren. Kurzfristig ist ein wichtiges Stichwort, denn die Personaldienstleister sollen Ihnen schließlich auch den kostspieligen und zeitintensiven Rekrutierungsaufwand abnehmen. Personaldienstleister verfügen häufig über gut sortierte Datenbanken bzw. Bewerberpools. Da sie häufig Aufträge aus einer ähnlichen Fachrichtung erhalten, können sie meist sehr kurzfristig aus einem üppigen Kandidatenstamm auswählen und Ihnen zeitnah geeignete Mitarbeiter präsentieren.

Flexibler Einsatz, geringe Administration:

Der Einsatz von Zeitarbeitskräften ist relativ einfach. Schlägt Ihnen der Dienstleister einen Kandidaten vor und halten sie ihn für ausreichend qualifiziert, können Sie den Mitarbeiter durch einen Arbeitnehmerüberlassungsvertrag ausleihen. Für Sie besonders interessant ist die Tatsache, dass Sie nur die geleisteten Arbeitsstunden bezahlen müssen. Krankheits- und Urlaubszeiten oder andere Fehlzeiten werden Ihnen nicht berechnet. Meistens sind Sie nicht an feste Kontingente gebunden, im Sinne einer guten Zusammenarbeit sollten Sie jedoch angefragte Kapazitäten auch abnehmen oder Zeitarbeitskräfte beim Dienstantritt nicht unverrichteter Dinge wieder heimschicken, weil gerade doch nicht so viel zu tun ist, wie gedacht. Die ausgeliehenen Mitarbeiter legen Ihnen entsprechende Stundenzettel mit der Bitte um Unterschrift vor. Diese sind Grundlage für die Abrechnung des Einsatzes und für die Lohnabrechnung der Mitarbeiter. Die Lohnabrechnung übernimmt wie alle übrigen Arbeitgeberpflichten der Personaldienstleister als Verleiher.

Mitarbeiterstatistiken, Übernahme:

Zeitarbeitnehmer sind zwar bei Ihnen tätig und unterliegen Ihren Weisungen, allerdings sind Sie nicht der Arbeitgeber. Dementsprechend zählen Zeitarbeitskräfte nicht bei den gesetzlichen Personalstatistiken, wie z.B. für Betriebsratsmandate nach dem Betriebsverfassungsgesetz mit. Zeitarbeitskräfte haben das Recht, an Informationsveranstaltungen des Betriebsrates teilzunehmen und dürfen nach dreimonatiger Entleihe auch ein aktives Wahlrecht ausüben. Sofern Ihr Betrieb über einen Betriebsrat verfügt, ist auch die Ausleihe einer Zeitarbeitskraft mitbestimmungspflichtig. Wenn ein Mitarbeiter sich bewährt, können Sie ihn meistens auch nach einer gewissen Zeit übernehmen. Viele Personaldienstleister geben die Mitarbeiter nach einer vorher vereinbarten Zeit ablösefrei an Sie ab. Darin besteht für Sie die Chance, Mitarbeiter zukünftig auch über die Zeitarbeit zu rekrutieren. Sie lassen sich von Ihrem Dienstleister Profile zusenden, testen die Mitarbeiter eine gewisse Zeit auf Basis der Arbeitnehmerüberlassung und übernehmen Sie dann in ein internes Arbeitsverhältnis. Das senkt Ihre Kosten und vermindert das Risiko einer internen Fehlbesetzung.

Darauf sollen Sie achten:

Lassen Sie sich vor der vertraglichen Bindung die Genehmigung zur Arbeitnehmerüberlassung zeigen. Ohne diese Genehmigung dürfen keine Mitarbeiter verliehen werden. Wenn Ihr Betrieb zum Bauhauptgewerbe gehört, darf Ihnen ebenfalls kein Personal verliehen werden. Ob die Genehmigung befristet oder unbefristet erteilt ist, spielt hingegen keine Rolle. Die Erlaubnis wird zunächst immer befristet ausgestellt und mehrmals nach intensiver Überprüfung des Betriebes verlängert, bis sie nach vier Jahren unbefristet verlängert werden kann. Die Krankenkassen und das Finanzamt stellen den Dienstleistern Bescheinigungen aus, dass die Sozialabgaben bzw. Steuern pünktlich und vollständig entrichtet werden. Lassen Sie sich solche Bescheinigungen gern vorlegen. Fragen Sie den Dienstleister, ob er einen Tarifvertrag anwendet und für welchen der verschiedenen Branchentarifverträge er sich entschieden hat. Es gibt Tarifverträge, die mit christlichen Gewerkschaften geschlossen wurden, deren Tariffähigkeit derzeit vor dem Bundesarbeitsgericht verhandelt wird. Hier bestehen für Sie als Entleiher rechtliche Risiken, da das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz auch die Entleiher in die Haftung für Sozialabgaben einbezieht. Weitere Verträge haben die DGB-Gewerkschaften mit den Branchenverbänden iGZ und BZA abgeschlossen. Hier besteht kein Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Tarifwerke. Wendet ein Verleiher keinen Tarifvertrag an, so muss er den Arbeitnehmern dieselbe Vergütung zahlen, die Sie der Stammbelegschaft zahlen.

Haben Sie Fragen zum Thema Arbeitnehmerüberlassung? Kommen Sie gern auf uns zu!

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